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Konjunktur in Stadt und Kreis Offenbach weiter verhalten

Grafik: IHK Offenbach am Main
Für das regionale Stimmungsbild befragt die IHK Offenbach am Main dreimal im Jahr einen festen Kreis von Mitgliedsunternehmen.
Die Investitionsschwäche setzt sich fort und belastet die regionale Entwicklung. Lediglich 18 Prozent der Teilnehmer an der Konjunkturumfrage planen höhere Investitionen, 38 Prozent dagegen Kürzungen. Nur knapp jedes fünfte Unternehmen schätzt die aktuelle Geschäftslage positiv ein. Auch die Geschäftserwartungen verbessern sich nur geringfügig. Eine Mehrzahl der Befragten bewertet die zukünftige Lage als schlecht. Hier zeigen sich jedoch je nach Branche unterschiedliche Einschätzungen: Während Großhandel und Industrie ihre Erwartungen erneut nach unten korrigieren, rechnen Unternehmen im Einzelhandel, in der Baubranche sowie bei personenbezogenen Dienstleistungen damit, dass sich die Geschäftslage in den kommenden Monaten verbessert.
Während die Beschäftigungssituation weiterhin angespannt bleibt und viele Branchen ihre Einstellungspläne zurückfahren, gibt es im Großhandel und im Baugewerbe positive Tendenzen – hier erwarten die Unternehmen in den kommenden Monaten einen steigenden Personalbedarf.
Eine leichte Aufhellung zeigt sich im Außenhandel: Der Exportsaldo bleibt zwar negativ, verbessert sich aber auf niedrigem Niveau zum vierten Mal in Folge. 30 Prozent der Unternehmen erwarten sinkende Exporte, 18 Prozent rechnen mit steigenden Ausfuhren. Allerdings bleibt das internationale Umfeld anspruchsvoll. Die Gründe hierfür sind vor allem höhere Zölle auf Exporte in die USA, volatile Entscheidungen sowie wachsende Konkurrenz aus China und Osteuropa. Ein freier und regelbasierter Handel ist für die exportorientierten Unternehmen von zentraler Bedeutung. Das Handelsabkommen mit Indien sendet hier positive Signale, während die erneute Verzögerung des EU‑Mercosur‑Abkommens als Rückschlag wahrgenommen wird.
Als größtes Risiko nennen die Unternehmen weiterhin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. 63 Prozent stufen diese als ernsthafte Belastung ein. Darüber hinaus werden die gestiegenen Arbeitskosten als zunehmendes Risiko empfunden. Betriebe vermissen strukturelle Reformen und sehen die Verzögerung wichtiger Weichenstellungen kritisch.
Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main, betont: „Viele Unternehmen hatten gehofft, dass die politische Richtung nach der Bundestagswahl rasch für mehr Wachstum sorgt. Doch unsere aktuelle Umfrage zeigt: Die erhofften Impulse sind bislang ausgeblieben. Erste Reformschritte reichen nicht. Eine mutige und tiefgreifende Reformpolitik wäre jetzt das stärkste Signal, um Vertrauen zurückzugewinnen und die dringend benötigten privaten Investitionen anzuregen.“
Die Modernisierungsagenda setze zwar einen wichtigen Impuls, um Verwaltung und Staat effizienter zu machen, so Weinbrenner. Entscheidend sei aber eine entschlossene Umsetzung, damit Unternehmen echte Entlastungen spüren. „Die Bundesregierung muss Reformen konsequent in praxistaugliches Recht überführen, ohne dass an anderer Stelle neue bürokratische Hürden aufgestellt werden. Dafür bedarf es einer ressortübergreifenden Gesamtstrategie für investitionsfördernde und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen.“
Weitere Informationen unter: www.ihkof.de/konjunktur