Menü ausblenden
  • Aktuelles aus der IHK

IHK-Vollversammlung: Wege zur Klimaneutralität müssen wirtschaftlich umsetzbar bleiben


[Offenbach am Main, 13. März 2026] Die Diskussion und Abstimmung über Positionen zu Klimaschutz und Energiepolitik standen bei der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main am 12. März 2026 im Mittelpunkt. Im Wesentlichen ging es dabei um die Frage, wie Klimaneutralität gelingen kann, ohne die Wirtschaft in Deutschland zu gefährden.

Dr. Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt und Industrie bei der DIHK, wurde der Sitzung der IHK-Vollversammlung unter Leitung von IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller (r) zugeschaltet, um die Hintergründe und Ziele der DIHK-Positionspapiere zum Klimaschutz zu erläutern. Foto: IHK Offenbach am Main/Sommer

Bereits im September 2025 hatte sich die IHK-Vollversammlung mit energiepolitischen Themen beschäftigt, insbesondere mit Fragen rund um wettbewerbsfähige Energiepreise und den zukünftigen Strombedarf in Hessen. Nun lag der Fokus auf den von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) formulierten Forderungen: Energiepolitik justieren, Klimaschutzpolitik international koordinieren und CO2-Emmissionshandel als zentrales Steuerungsinstrument nutzen. Ziel ist eine Neuausrichtung der Energiewende mit mehr Markt und weniger staatlicher Detailsteuerung, um die Kosten der Energiewende zu senken. Die IHK Offenbach am Main unterstützt weiterhin das Ziel der Klimaneutralität, weist jedoch darauf hin, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gewährleistet bleiben muss und Unternehmen nicht überfordert werden dürfen.

Im Hinblick auf die deutsche Wirtschaft betonte IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller, dass Deutschland auch zu Beginn dieses Jahres zu den Konjunktur-Schlusslichtern Europas gehöre. Hausgemachte Probleme führten zu zusätzlichen Kosten und erheblichen Wettbewerbsnachteilen. „Eine dieser Baustellen ist die Energie- und Klimapolitik, die in ihren Zielen deutlich ambitionierter ist als die anderer Staaten. Und sie ist zugleich viel zu kompliziert und viel zu detailliert ausgestaltet“, so Schoder-Steinmüller.

Als Experte wurde Dr. Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt und Industrie bei der DIHK, in die Räumlichkeiten des Level 4 der IHK Offenbach am Main zugeschaltet. Er erläuterte die Hintergründe und Ziele der DIHK-Positionspapiere zum Klimaschutz. Nach einzelnen Rückfragen zur zukünftigen Entwicklung der Strompreise, zu Energieabhängigkeiten und der Rolle innovativer Modelle zur gemeinschaftlichen Nutzung lokal erzeugter erneuerbarer Energie, stimmte die IHK-Vollversammlung den DIHK-Positionen in einem Beschluss zu.

Ein weiteres zentrales Thema war die Resilienz von Unternehmen in Krisensituationen. Angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen setzt die IHK Offenbach am Main 2026 hier einen Schwerpunkt. So wird der Beitrag der Wirtschaft zur Gesamtverteidigung auch beim kommenden Offenbacher Dialog am 16. April 2026 im Fokus stehen. IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner gab einen Überblick zur derzeitigen Gefährdungslage und stellte IHK-Maßnahmen zur Sensibilisierung, Erstberatung und praxisorientierten Unterstützung von Unternehmen zur Steigerung ihrer Resilienz vor.