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Digitalisierungsumfrage 2026

© Yana Iskayeva / Moment / Getty Images
Solide digitale Grundlagen – Effizienz im Mittelpunkt
Knapp 5.000 Unternehmen aller Branchen wurden im Rahmen der DIHK-Erhebung befragt. Den eigenen Digitalisierungsstand bewerten die Betriebe im Durchschnitt mit der Schulnote 2,8 – und damit auf einem soliden Niveau. Digitale Lösungen werden vor allem zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung und zur Sicherung der Produkt- und Dienstleistungsqualität genutzt:
65 % der Unternehmen nennen die Flexibilisierung des Arbeitens als Hauptgrund für Digitalisierung, 64 % wollen Kosten sparen und 63 % die Qualität ihrer Leistungen verbessern. Gleichzeitig sehen 36 % in der Digitalisierung einen Hebel für die Entwicklung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle.
Künstliche Intelligenz als Wettbewerbsfaktor – Hürden bleiben
Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Unternehmen angekommen und entwickelt sich zunehmend zu einem Produktivitätsfaktor: 34 % der Betriebe bewerten den Einfluss von KI auf ihre Produktivität bereits als hoch, weitere 52 % als moderat.
KI kommt vor allem bei der Qualitätssicherung und Prozessüberwachung (43 %), der automatisierten Erstellung von Texten, Bildern und Codes (38 %) sowie bei der Kundenansprache und im Kundensupport (34 %) zum Einsatz.
Gleichzeitig nennen die Unternehmen weiterhin große Hürden: 59 % sehen rechtliche Unsicherheiten und 50 % technische Hemmnisse als zentrale Herausforderungen bei der Nutzung von Daten und KI.
Infrastruktur und Verwaltung im Fokus
Der Ausbau der digitalen Infrastruktur schreitet voran: Der Anteil der Unternehmen, bei denen die Verfügbarkeit von schnellem Internet dem eigenen Bedarf entspricht, ist im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei rund 74 %.
Deutlich kritischer fällt die Bewertung der öffentlichen Verwaltung aus: Während Unternehmen den eigenen Digitalisierungsstand im Schnitt mit 2,8 bewerten, erhält die öffentliche Verwaltung lediglich die Note 4,2 und bleibt damit aus Sicht der Wirtschaft eine zentrale Bremse für die digitale Transformation.
Cybersicherheit und digitale Souveränität
Die Bedrohungslage durch Cyberangriffe bleibt hoch: 18 % der Unternehmen mit bis zu 999 Beschäftigten und 50 % der großen Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden waren im vergangenen Jahr von mindestens einem erheblichen Cybersicherheitsvorfall betroffen.
Zwar setzen viele Betriebe grundlegende Schutzmaßnahmen um – etwa regelmäßige Backups (88 %) oder laufende IT-Sicherheitsupdates (85 %) –, doch bei der Krisenvorsorge besteht Nachholbedarf: Nur 30 % verfügen über einen Notfallplan und lediglich 13 % führen Notfallübungen durch.
Zugleich sehen viele Unternehmen eine starke Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern, insbesondere bei Cloud-Lösungen, Betriebssystemen und KI-Anwendungen, was das Thema digitale Souveränität weiter in den Fokus rückt.
Regionale Relevanz für Stadt und Kreis Offenbach
Die Ergebnisse der DIHK-Umfrage spiegeln auch die digitale Situation vieler Unternehmen in der Region wider: Betriebe bewerten ihren Digitalisierungsstand insgesamt als solide, sehen jedoch ähnliche Herausforderungen wie bundesweit – von Fachkräftemangel (29 % nennen fehlende IT-Fachkräfte als Hemmnis) bis hin zu Zeit- und Komplexitätsproblemen, die mit 58 % und 56 % zu den größten Hürden der Digitalisierung zählen. Für den regionalen Mittelstand bleibt die digitale Weiterentwicklung ein zentrales Thema, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ausblick
Die IHK Offenbach am Main wird gemeinsam mit Unternehmen vor Ort den Austausch über digitale Strategien, praktische Umsetzungsansätze und politische Rahmenbedingungen weiter vertiefen. Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen konkrete Unterstützung auf dem Weg in eine erfolgreiche digitale Zukunft zu bieten.
DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 (PDF, 865 KB)
Weitere Informationen:
Digitalisierungsumfrage 2026: Trends und Erkenntnisse für Unternehmen